Bitte ziehen Sie ein Nummer …


Bitte ziehen Sie eine Nummer … oder von der Unlust des Wartensicon wartezimmer

Es gibt wohl kaum etwas, was so schnell innerlich auf Ablehnung stößt. Bürgerämter, die ihren nächsten Termin erst in Wochen vergeben, lange Warteschlangen im Supermarkt, in eisiger Kälte steht man sich an der Haltestelle die Beine in den Bauch. Wir hassen dieses Warten. Egal wann oder wo.
Und gerne vergessen wir aber dabei, dass wir eigentlich in einer Zeit leben, in der man kaum noch wirklich auf etwas warten muss. Warten stirbt aus.
Früher wartete man wochenlang auf einen Brief oder ein Paket, heute trennt uns nur ein Mausklick von der erwarteten Nachricht. Wer  im Internet etwas bestellt, bekommt es manchmal sogar schon am nächsten Tag geliefert. Wir können per Handy oder Online Essen nach Hause liefern lassen.
An nichts gewöhnt man sich so schnell wie an Luxus. Und umso schlimmer wird es, wenn dieser mal weg fällt. Kaum jemand kann heutzutage gelassen mit den Schultern zucken, wenn sein Handyakku mal wieder in einem wichtigen Moment streikt. Wenn eine Bahn sich nur 5 Minuten verspätet, wird daraus sofort eine dramatische Bedrohung. Wir sind es nicht mehr gewohnt, auf etwas warten zu müssen.

Dabei kann Warten etwas unglaublich Besinnliches sein … . Mehr morgen.

(Text: Laura Külper)

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