Messiehilfe: Aufräumen allein genügt nicht!


Freunde und Bekannte meinen es oft nur gut, wenn sie Betroffenen beim Aufräumen helfen wollen und manchmal in kürzester Zeit große Mengen von Gesammeltem wegschmeißen.

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©Robert Kneschke

Ist die äußere Ordnung wieder hergestellt, kommt oft noch der gut gemeinte Satz. ” War doch gar nicht so schlimm, jetzt ist wieder Grund drin, und dann kannst Du es sicher auch so beibehalten.” Zurück bleibt ein erschöpfter, beschämter und zu tiefst verletzter “Messie”, dem man mit all der lieb gemeinten Hilfe etwas von seinem Selbst genommen hat.  Auch der Helfer wird beim nächsten Besuch sehen, dass das “Beibehalten” nicht geklappt hat. Nach mehreren Versuchen wird er sich mit dem Rückschluss zurückziehen, dass der andere nicht will, bewußt den Helfer verärgert oder einfach zu faul ist. Hier beginnt bereits  im Kleinen die gesellschaftliche und soziale Ausgrenzung.

Dies zu verstehen ist für Angehörige sehr schwer und auch die vom Messiesyndrom betroffene Person weiß manchmal gar nicht um die Ursachen des eigenen Verhaltens. Die jahrzehntelange psychotherapeutische Arbeit mit Betroffenen hat gezeigt, dass die Ursachen dafür durchgehend in der Biografie, den sozialen Kontakten und Bindungen sowie frühkindlicher negativer Erfahrungen liegen.

Um hier langfristig und ganzheitlich zu unterstützen, bedarf es neben einfühlsamer praktischer Arbeit auch der psychotherapeutischen Begleitung. Hier arbeite ich mit der Dipl.-Psychologin Caroline Gast zusammen, die sich u.a. auf das Thema Messiesyndrom spezialisiert hat. Mehr zur Person finden sie hier.

Hilfesuchende und Angehörige, die unter dem Messiesyndrom leiden, können gern mit mir Kontakt aufnehmen.