Sozialraum-AG Was ist das und wie funktioniert das ?


Sozialräume gibt es in vielen Facetten. Im Kleinen ist es die Familie, im etwas Größeren die Schule, die Kita oder die Arbeitsstelle oder noch allgemeiner das direkte Wohnumfeld.

In den Bezirksämtern gibt es eine Arbeit , die sich am Letzteren, also am Wohnumfeld, orientiert und dort angesiedelt hat.

Die Kernaussage der Bezirksämter lautet wie folgt:

Senat und Bezirke haben sich im Jahr 2003 darauf geeinigt, die Berliner Jugendhilfe durch die flächendeckende Einführung der Sozialraumorientierung zu reformieren

Sozialraumorientierung ist in erster Linie ein fachlicher Ansatz.
Leitgedanken sind vor allem:

  • Anknüpfen am Willen der Betroffenen und Aktivierung der Selbsthilfekräfte
  • das Erkennen und Nutzen der Ressourcen, über die die Menschen selbst verfügen
  • das Erkennen und Nutzen der Ressourcen, die im Umfeld vorhanden sind – in den Familien, in der Nachbarschaft, in Vereinen und bei anderen Institutionen
  • Partizipation der Betroffenen

Darüber hinaus setzen die beteiligten Fachkräfte in ihrer Arbeit verstärkt auf Kooperation und Vernetzung.
Die Umsetzung der Sozialraumorientierung bedarf bürgernaher Arbeitsweisen und Arbeitsstrukturen. Deshalb haben sich die Jugendämter umstrukturiert und werden zukünftig hauptsächlich in regionalen Teams arbeiten, statt wie bisher in Fachbereichen. Sie werden dabei auch die Kooperation mit allen Akteuren, die mit Kindern, Jugendlichen und Familien zu tun haben, ausweiten.

(Auszug: http://www.berlin.de/sen/jugend/jugendpolitik/sozialraumorientierung/)

Soweit die Theorie. Und wie sieht es praktisch aus ?

Aufgrund meiner Arbeit (Aufbau eines Nachbarschaftstreffs der Wohnungsgesellschaft Mitte mbH) nehme ich seit 2009 an den Treffen einer Sozialraum-AG teil. Hier treffen sich regelmäßig fast alle Vereine, Schulen, Kindergärten, Initiativgruppen, Hilfswerke, Streetworker und Mitarbeiter des Jugendamtes, die im Sozialraum aktiv sind. Wichtig ist der Austausch untereinander und die Vernetzung der einzelnen Angebote. So können beispielsweise Kinder, die zu alt für den Schülerladen sind, nahtlos in die Jugendclubs wechseln. Man weiß voneinander und kann dadurch konkret weiterhelfen. Außerdem gibt es verschiedene Angebote für Familien mit Migrationshintergrund, in Notlagen oder schwierigen familiären Situationen. Ziel der Treffen und der Arbeit, die darüber hinaus geleistet wird, ist es, das Wohnumfeld für alle Altersgruppen und Lebensformen attraktiv zu gestalten, Problemen nachzugehen und ein faires und respektvolles Miteinander zu erreichen. Auch die nachbarschaftliche Arbeit und das bürgerliche Engagement kommen hier zum tragen und sind eine feste Größe im Alltag der Sozialarbeit.

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass dies eine gute Plattform ist, bei der politische, soziale und ehrenamtliche Arbeit ein Gewinn für den gesamten Sozialraum ist.